Stellungnahme des SRC zur Aufkündigung der Zusammenarbeit durch den ADRK

 

Die Internationale Föderation der Rottweiler-Freunde (IFR) wurde im Jahre 1969 auf Initiative des damaligen 1. Vorsitzenden des ADRK, Herrn Adolf Pienkoß, gegründet. Ihr Zweck ist dafür Sorge zu tragen, dass der Rottweiler nach dem Standard, welcher vom ADRK bei der FCI hinterlegt ist, einzuhalten ist und danach gezüchtet wird. Bis zum Jahr 2000 war in der Konstitution der IFR festgelegt, das der 1. Präsident des ADRK automatisch der 1. Präsident der IFR ist.

 

Wichtig zu wissen ist, dass die IFR von der FCI als einzige Vereinigung der nationalen Rottweilerhunde-Clubs anerkannt ist. Dies führt auch dazu, dass die Sieger der IFR-Weltmeisterschaften automatisch für die „Weltmeisterschaft aller Rassen“ der FCI qualifiziert ist und daran teilnehmen kann.

Auf Antrag des ADRK wurde die IFR-Konvention geändert, damit nicht mehr der 1. Vorsitzende des ADRK automatisch der 1. Präsident der IFR sein musste. Aufgrund dieser geänderten Konstitution wurde im Jahr 2006, auf Vorschlag des ADRK, Dieter Hofmann zum 1. Präsidenten des IFR gewählt.

Am IFR Kongress in Dänemark im Jahre 2013 trat Anton Spindler, mit Unterstützung des ADRK, bei der Präsidentenwahl gegen den amtierenden IFR-Präsidenten an. Dieter Hofmann wurde mit 18 Stimmen in seinem Amt bestätigt, auf Anton Spindler fielen 3 Stimmen. Dieses Wahlergebnis kann aber keinesfalls als ein Misstrauensvotum der IFR-Delegierten gegen den ADRK gewertet werden.        
Noch an dieser Versammlung äusserte sich Anton Spindler, in der Eigenschaft als IFR-Delegierter des ADRK, dass jetzt nicht auf die Vergangenheit geschaut werden soll, sondern in die Zukunft. Er drückte den Wunsch des ADRK für eine gute Zusammenarbeit mit der IFR aus. Einige Monate später kündigte der ADRK die Mitgliedschaft in der IFR.

Der Zentralvorstand des Schweizerischen Rottweilerhunde-Club hatte im September 2013 seine Meinung klar und schriftlich geäussert, dass aus Sicht des SRC keine nachvollziehbaren Argumente des ADRK ersichtlich erscheinen, die ein einstweiliges Ruhen der Mitgliedschaft, oder sogar den Austritt aus der IFR, begründen könnten.        
Der SRC offerierte den beiden Parteien die Organisation und Führung eines Mediationsprozesses mit dem Ziel den Konflikt zum Wohl der tollen Rasse Rottweiler zu entflechten. Der ADRK hatte leider auf unser Angebot nicht reagiert.

Im Frühjahr 2014 waren die ersten Informationen im Umlauf, dass der ADRK am Aufbau einer Organisation sei, die ähnliche Zwecke verfolgt wie der IFR. Im Sommer 2014 organisierte der ADRK die ADRK-Weltmeisterschaft im Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde nach der Internationalen Prüfungsordnung. Der deutsche Richter Roland Seibel, welcher uns für die IFR-Weltmeisterschaft in Neuhausen bereits zugesagt hatte, erhielt vom ADRK keine Freigabe mehr. Der SRC musste sich einen neuen Richter suchen.

Im Sommer 2014 wurde seitens des ADRK dem SRC ein Kooperationsvertrag angeboten. Ein Kooperationsvertrag welcher in den meisten Punkten für den SRC weder relevant ist, noch die Probleme der gegenseitigen Zuchtanerkennung gelöst hätte, der weder verhandelt noch diskutiert werden kann, aber bei Nichtunterzeichnung durch den SRC die entsprechenden Konsequenzen getragen werden müssen.

Der SRC Zentralvorstand hat sich zwei Mal mit dem Thema Kooperation mit dem ADRK befasst. Der Vorstand hat in der letzten Abstimmung mit klarer Mehrheit (nicht einstimmig) entschieden, den Kooperationsvertrag nicht zu unterzeichnen und somit nicht der ADRK World Family beizutreten. Der SRC hat aber auch klar kommuniziert, dass wir weiter mit dem ADRK zusammen arbeiten möchten.

Es ist dabei festzuhalten, dass die ADRK World Family ein Konkurrenz-Konstrukt zur IFR darstellt mit dem Zweck, dass der ADRK nach seinem Austritt aus der IFR international nicht isoliert da steht.

Der ADRK hat dem SRC am 23. Dezember mitgeteilt, dass ab 2015 die Aufnahme von Rottweilern des SRC in das ADRK-Zuchtbuch nicht mehr erfolgen und auch Titel, vergeben vom SRC, nicht mehr geführt werden können. Dieser Entscheid des ADRK-Vorstandes wurde in der Ausgabe Nr. 1/2015 „Der Rottweiler“ öffentlich gemacht. Der SRC ist der Meinung, dass diese Information zwar sachlich ausgefallen ist, aber nur die Sicht des ADRK reflektiert. Wie immer in solchen Fällen, gibt es aber auch eine andere Sicht der Dinge, in diesem Fall diejenige des SRC. Der erweiterte SRC-Vorstand hat deshalb beschlossen die Sichtweise des SRC auch öffentlich zu machen.

Nachdem der ADRK die Auflösung der Zusammenarbeit mit dem SRC in der Zeitschrift "Der Rottweiler" öffentlich gemacht hat,  stellte der SRC an den ADRK das Begehren, die Sichtweise des SRC ebenfalls im "Der Rottweiler" veröffentlichen zu können. Leider wurde durch den ADRK-Vorstand dieses Ansinnen abgelehnt und eine Richtigstellung wurde verweigert.

Zusammengefasst hält der SRC-Vorstand fest, dass der SRC weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit dem ADRK anstrebt, er sich aber auch gegenüber der IFR, als einzige weltweite und von der FCI anerkannte Organisation der nationalen Rottweilerhunde-Clubs verpflichtet fühlt und der SRC deshalb keiner Organisation betritt, welche in Konkurrenz zur IFR steht.

Für den SRC

Walter Horn, Präsident

6. Februar 2015

  • Facebook App-Symbol